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Das Menschheitsgesetz in und außer uns
oder
Aufklärung und Menschwerdung
von Franz Eisend Erfurt, den 7. September 2007
Nicht so abstrakt, anschaulicher und im Kontext von Gerechten Frieden angedacht versuche ich das komplexe Thema HIER anzugehen
"Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ (I. Kant, in: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?)
Ohne Würde keine Liebe! wäre demnach also dann der Wahlspruch der Menschwerdung!
Wir Menschen wissen in der Regel durchaus, was uns (persönlich) gut tut und was eben nicht, aber dennoch trifft noch viel zu oft das alte chinesische Sprichwort zu:
“Alle Menschen sind klug! Die einen vorher - die anderen nachher.”
Diese Welt des “Fehler-Machens”, mit oft sehr schwerwiegenden Auswirkungen, auch unvorstellbar grausamen, ja sogar in der Tat verdammungswürdigen gesellschaftlichen Entwicklungen (vgl. Nationalsozialismus, Kommunismus), bezieht sich nicht nur auf einzelne Personen, die eventuell maßgeblich solche zum himmelschreienden Irrtümer mit zu verantworten haben, sondern grundsätzlich auch auf Gemeinschaften, Völker, ja auf ganze Gesellschaften. Gerade in der heutigen Zeit ist die Frage angebracht, ob nicht derzeit auch eine zunehmend rein kapitalistische "Menschheit" insgesamt “Fehler” mit unvorstellbaren Auswirkungen zeitigt - “Irrtümer” hervorbringt, die zu verheerenden und nicht wieder gut zu machenden globalen Veränderungen führen (Plünderung der natürlichen Ressourcen, Klimawandel, Privatisierung des Krieges, Armut-Reichtum, ...)?
Angesichts dieser zunehmend unüberschaubar zahlreichen und schwerwiegenden Probleme der Gegenwart, stellt sich uns daher eine weitere Frage: Gibt es so etwas wie einen “Fehler-Kern” all dieser bedrohlichen globalen Entwicklungen? Was könnte also das “Kern-Problem” von heute sein? Ich bin der festen Überzeugung, dass es in der Tat einen solchen “Fehler-Kern” gibt.
Jedoch ist das Kernproblem ein schon uraltes Problem der Menschheit! Der Großteil all der gewichtigen Probleme, die wir in unserer globalen Fehler-Welt vorfinden, sind dem Kern nach ethische Probleme - auch wenn sie uns dem ersten Anschein nach als Fehler in gewachsenen Strukturen begegnen. Gesellschaftliche Strukturen werden durch Menschen errichtet, aufrechterhalten und verändert. Der “Staat” beispielsweise, man könnte ihn auch als die festgefügte “Grammatik” einer Gesellschaft beschreiben, wird letzten Endes durch seine “Staatsbürger” errichtet, aufrechterhalten und verändert.
Meine These nun mit einem Wort von Goethe und Kant auf den Nenner gebracht:
Des “Pudels Kern” ist das “Moralische Gesetz” in uns!
Von der Richtigkeit dieser Annahme bin ich fest überzeugt. Dies Überzeugung ist nun auch der Anlass für den folgenden gewagten Versuch: nämlich das einst von Immanuel Kant postulierte “Moralische-Gesetz-in-uns” mit Hilfe meines denk4-Ansatzes auszudifferenzieren. Warum die Differenzierung einer bisher moralisch ungeteilten Einheit, wie die des “Moralischen-Gesetzes-in-uns”? Ist so etwas überhaupt möglich?
Eine passende Antwort auf diese prekäre Frage gibt uns die weitreichende und sehr gründliche Analyse von Johannes Heinrichs. Für diesen genialen Philosophen ist nämlich "Integration-durch-Differenzierung" ein Evolutionsprinzip und er weist darauf hin, dass schon alle großen Soziologen der Pioniergeneration (Georg Simmel, Herbert Spencer, Emile Durkheim, Max Weber) erkannt haben, “dass ‘Modernität’ geradezu durch Differenzierungsprozesse verschiedener, aber zusammenhängender Art definiert werden kann.” (J. Heinrichs, Revolution der Demokratie, Berlin 2003, S. 206ff)
Im Zuge der Differenzierungsprozesse der Moderne, läßt sich nun auch eine Notwendigkeit der Ausdifferenzierung der Einheit “Moralisches Gesetz” ableiten. Ausgehend von dieser Feststellung, dass “des Pudels Kern” zu differenzieren ist, schließt sich gleich die nächste Frage an: Könnte uns nicht gerade eine gelungene Ausdifferenzierung des “Moralischen-Gesetzes”, zu brauchbaren Lösungen in vielen verschiedenen Problembereichen führen? Denn die Geschichte der Moderne lehrt uns in zahllosen Beispielen diese positive Erfahrung (vgl. dazu z.B. “Arbeitsteilung”, “Wissenschaft”, “Medizin”, ...). Uns soll es hier aber, im Gegensatz zu all den anderen Werten, um Letztwerte gehen. Die gelingende Integration von allgemein verbindlichen absoluten Grundwerten ist die tragende Hoffnung meines Unternehmens hier und zwar auf persönlicher wie gesellschaftlicher Ebene – und dies, obwohl unsere so ausdifferenzierte pluralistische Gesellschaft anscheinend ganz dem “Drachen der Relativität” (P.L. Berger) anheim gefallen ist.
Was hat es also mit dem so oft zitierten kategorischen Imperativ des berühmten Philosophen Immanuel Kant auf sich, der da lautet:
“Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.”
Welches “Zaubermittel” enthält der Kern dieses kategorischen Imperativs, dass das “Moralische-Gesetz-in-uns” schon nach Kants Überzeugung konsequenterweise - früher oder später - dazu führen muss, dass sich die Sinnesart eines Volkes allmählich verändert und am Ende sogar die Grundsätze von Regierungen beeinflusst, so dass diese den Menschen, „der nun mehr als Maschine ist, seiner Würde gemäß ... behandeln“? (I. Kant: Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?; vgl. dazu auch Artikel 1 GG)
Das allgewaltige Wort des moralischen Imperativs steht in unmittelbarer Verbindung zur sogenannten “Goldenen Regel” und ist direkt auf die Rede Jesus zurückzuführen, die da lautet:
“Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.” (Mk 2,27)
Nach Jesu Wort ist das Gesetz, um des Menschen willen da und nicht der Mensch um des Gesetzes willen. Es geht dabei um die konkrete alltägliche Verwirklichung dieses “Moralischen-Gesetzes-in-uns”. Nach Kant ist es ja unsere oberste Pflicht, eben nicht in blinden Gesetzesgehorsam zu verfallen. Gerade im Gebrauch von Gesetzen gilt nämlich Kants Wort und zwar um des Menschen willen: “Sapere aude [wage es verständig zu sein]!” Unter anderem ist damit auch das folgende gemeint: Gerade in entscheidenden Momenten sollte sich der (Allein-)Verantwortliche nicht nur auf das berühmte “Dienst-nach-Vorschrift” zurückziehen und damit sein Gewissen beruhigen, sondern er hat die Pflicht, wenn es darauf ankommt, immer wieder von neuem zu prüfen, ob seine Entscheidung oder Handlung mit dem "Moralischen-Gesetz-in-uns" übereinstimmt. Denn die Geschichte lehrt uns aufs Schmerzlichste, wohin eine allgemein verbreitete innere Haltung des reinen “Dienst-nach-Vorschrift”-Machens uns führen kann und welch’ gar fruchtbarer Nährboden solch’ eine verbreitete innere Haltung für sogenannte “Schreibtischtäter” ist. “Sapere aude” heißt also von daher auch, dass sich der (Allein-/Mit-)Verantwortliche immer wieder auf’s neue und ganz bewußt der jeweiligen konkreten Entscheidungs- oder Handlungssituation zu stellen hat und mittels kategorischen Imperativ ganz persönlich “durchbuchstabieren” muss, was es eigentlich für ihn bedeutet, dass die Vorschrift für den Menschen da ist und nicht der Mensch für die Vorschrift. Es ist in der Regel durchaus sehr sinnvoll, gemäß den Vorschriften pflichtbewusst seine Arbeit zu machen. Nur so funktioniert auch das ungemein diffizile Zusammenspiel unserer arbeitsteiligen Welt – da kann nicht jeder machen was er gerade will. Vor allem die sich unglaublich komplex entwickelnde Arbeitsteilung in modernen Gesellschaften bedarf einer sinnvollen Ordnung und vor allem auch sinnvoller Vorschriften!
Aber uns soll es hier erst einmal um die Ausnahmen gehen – denn die bestätigen ja die Regel! Es geht um die Ausbildung einer sogenannten "inneren Ampel", die dann in der entsprechenden Ausnahmesituation auf Rot schaltet und signalisiert: Bis hierher und nicht weiter! Wenn ich hier also vom "Dienst-nach-Vorschrift" rede, dann handelt es sich, aus besagtem Grunde, um die negative Auswirkung des reinen Dienst-nach-Vorschrift-Machens in Entscheidungssituationen - denn bei einer solchen inneren Haltung ist die moralische Ampel ausgeschaltet oder sie wird, aus welchen Gründen auch immer, einfach übersehen oder bewußt ignoriert. Besonders kritisch kann beispielsweise das "Dienst-nach-Vorschrift-Machen" beim klassischen Soldatenberuf sein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Armeen dieser Welt wird von jedem Soldaten der Bundeswehr, als Staatsbürger in Uniform, ausdrücklich gefordert, die angesprochene moralische Haltung zu verinnerlichen. Die "moralische Ampel" soll ihm dabei Helfen, seinen Auftrag nach besten Wissen und Gewissen auszuführen und eben nicht nur blind einen Befehl zu erfüllen. Diese wirklich nicht hoch genug einzuschätzende ethische Kompetenz des Bundeswehrsoldaten wird durch das Prinzip der Inneren Führung eingefordert, wenn auch die praktische Ausbildung dazu, eine wahrlich große Herausforderung für den militärischen Alltag darstellt. Von daher sind auch die Widerstandskämpfer während des Nationalsozialismus für die Tradition der Bundeswehr von herausragender Bedeutung.
Genau um diese ganz alltägliche und sehr konkrete Wahrnehmung unserer obersten Pflicht - und zwar ohne Wenn und Aber - geht es auch dem großen Denker Immanuel Kant. Jedoch ist in diesem Zusammenhang festzustellen, dass schon vor weit mehr als über tausend Jahren, bereits ein Jesus von Nazareth seine Zeitgenossen genau für dieses "Moralische-Gesetz-in-uns" versuchte zu “sensibilisieren”. So spricht Jesus: “Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.” (Mk 7,14-15) Aus diesem Grunde wird deshalb auch später das sogenannte “Händewaschen in Unschuld” eines Pontius Pilatus und dessen Entscheidungssituation in den Passionserzählungen so “breitgetreten” (Mt 27,24; Mk 15,15; Lk 23,24; Joh 19,16). Allerdings: “Dienst-nach-Vorschrift” hieß damals für den Statthalter Pontius Pilatus das Ergebnis einer “Meinungsumfrage” abzuwarten! Wie sich doch die Zeiten gleichen!? Was Kant mit der eindringlichen Aufforderung zur Wahrnehmung unserer obersten Pflicht zu erreichen versucht, das versucht Jesus mit seiner immer währenden Ermutigung zur Umkehr im Vertrauen auf ihn zu erreichen: “Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.” (Mt 4,17; Mk 1,15; vgl. dazu auch Mt 3,7f; Mk 1,4; Mk 6,12; Lk 3,3f; Lk 5,29f) Den ersten Christen, so darf angenommen werden, war das zentrale Bemühen Jesu noch sehr bewußt. Davon erzählen gerade die vielen Geschichten aus dem Leben Jesu, die ja letzten Endes immer wieder auf das zentrale Anliegen Jesu verweisen: “Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!” (Mk 1,15; vgl. dazu auch Apg 5,31; Apg 11,18; Apg 13,23f; Apg 19,4; Apg 26,19f; Röm 2,4) Von daher gesehen hebt sich dann die wahre tiefe Bedeutung der sehr ausführlichen Leidensgeschichte Jesu in den Evangelien um so deutlicher ab. Nur für diesen Aufruf zur Umkehr, ist Jesus also elendiglich am Pfahl verreckt - “... er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.” (Phil 2,8)
Etwas “würdevoller” erscheint da so manchem wohl das Handeln eines Sokrates, der schon an die 400 Jahre vor Jesus im antiken Griechenland lebte. Auch Sokrates stellte sich aus persönlicher Überzeugung seinem Schicksal und trank den wohlbekannten Schierlingsbecher. Sokrates und Jesus haben bei genauerer Betrachtung in der Tat viel gemeinsam. Weder Jesus mit seiner Botschaft vom nahen Reich Gottes noch Sokrates mit seiner Wahrheits- und Weisheitslehre haben uns je etwas schriftlich hinterlassen. Wir erfahren von ihnen nur durch ihre Anhänger oder unabhängige Zeitzeugen. Besonders interessant ist aber die Feststellung, dass beiden anscheinend wegen Gotteslästerung der Prozess gemacht wurde. War es jetzt wirklich “Gotteslästerung” oder war es nicht doch eher diese, für Rein-nach-Vorschrift-Dienstmachen-Ankläger nicht fassbare innere Haltung eines Sokrates oder Jesus, die sie schließlich dazu trieb, über diese “Aufrührer” und “Gesetzesbrecher” das Todesurteil zu fällen. Aber nicht einmal der Tod vermag das auszulöschen, was ein Mensch in die Welt gesetzt hat, wenn er nach dem "Moralischen-Gesetz-in-uns" gehandelt hat. Nein, nicht Vergessenheit macht sich nach seinem Tode breit, sondern gerade das Gegenteil tritt ein: Die Menschen fangen plötzlich an zu verstehen! "Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, daß Ich es bin. Ihr werdet erkennen, daß ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat." (Joh 8,28; vgl. auch Joh 12,32) Auf dieses plötzliche Wahrnehmen des "Moralischen-Gesetzes-in-uns" nach Jesu Tod verweist uns auch das Wort von Petrus und den Aposteln: “Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.” (Apg 5,29). Wären die Jünger vor Jesu Tod zu solch’ einem Wort im Stande gewesen? Ich vermute mal nicht! Man kann natürlich den Vorgang des plötzlichen Wahrnehmens des "Moralischen-Gesetzes-in-uns", also der inneren Umkehr bei den Jüngern Jesu, auch mit dem erklären, was in der christlichen Tradition mit "Heiliger Geist" bezeichnet wird. Was damit im eigentlichen gemeint ist, davon spricht der Apostel Paulus ein gar treffendes Wort: "Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so daß ihr euch immer noch fürchten müßtet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!" (Röm 8,15) Aus diesem Hintergrund heraus ist auch die Antwort des Reformators Martin Luther auf dem Wormser Reichstag im Jahre 1521 zu verstehen, nachdem er wegen notorischer Ketzerei angeklagt worden war: “[Da]...mein Gewissen in den Worten Gottes gefangen ist, ich kann und will nichts widerrufen, weil es gefährlich und unmöglich ist, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen.” In der Neuzeit erzählt uns vor allem die innere Haltung von Widerstandskämpfern im 3. Reich viel vom "Moralischen-Gesetz-im-Menschen" und der höchsten Pflicht danach zu handeln. So schreibt Winston Churchill 1946 über die Weiße Rose: „In Deutschland lebte eine Opposition, die zum Edelsten und Größten gehört, was in der politischen Geschichte aller Völker hervorgebracht wurde. Diese Menschen kämpften ohne Hilfe von innen und außen – einzig getrieben von der Unruhe des Gewissens, so lange sie lebten, waren sie für uns unsichtbar, weil sie sich tarnen mussten. Aber an den Toten ist der Widerstand sichtbar geworden. Diese Toten vermögen nicht alles zu rechtfertigen, was in Deutschland geschah. Aber ihre Taten und Opfer sind das unzerstörbare Fundament des neuen Aufbaus.“
Ja, das sogenannte “Gewissen”, von dem jetzt schon mehrmals die Rede war, das ist in der Tat der beste und eindeutigste Beweis dafür, dass ein “Moralisches-Gesetz-in-uns” vorliegt. Das “Gewissen” ist nämlich genau die Sinn-Größe, die sich normalerweise spätestens dann in unserem Bewußtsein entfaltet, nachdem das in uns liegende moralische Gesetz aus den Tiefen des Unbewußten emporgestiegen ist, weil die Würde von Menschen ganz offensichtlich nicht mehr geachtet wird. Dieses "Gewissen" im Menschen verweist von daher unmittelbar auf die Würde des Menschen und gehört zugleich auch untrennbar zur Würde eines jeden Menschen. Von daher ist auch, auf Grund des "Moralischen-Gesetzes-in-uns", die Würde des Menschen unantastbar! Das Gewissen ist sozusagen unser "Wahrnehmungssensor" für die “Würde-des-Menschen” – ein moralischer Sensor, der allerdings der spielerischen und kreativen Entfaltung und vor allem auch der (Ein-)Übung von Kindheit an bedarf, um in späteren Lebensjahren feinsinnig auf "moralische Grauzonen", die ja das alltägliche Leben zur Genüge mit sich bringt, richtig reagieren zu können! So schreibt Samuel Pufendorf in seinem Handbüchlein Über Menschen- und Bürgerpflicht nach dem Naturgesetz (1673): "Der Mensch ist ein Lebewesen, das nicht nur aufs eifrigste auf Selbsterhaltung bedacht ist, sondern dem auch eine ziemliche empfindliche Selbstachtung angeboren ist: wenn denn diese irgendwie beeinträchtigt wird, dann pflegt er sich oft nicht weniger zu erregen als über einen seinem Körper oder seiner Habe zugefügten Schaden. Ja allein schon in dem Wort Mensch offenbart sich, dass in ihm eine besondere Würde liegt." Dieser frühe Verweis Pufendorfs auf einen inneren "Würde-Sensor", der durchaus mit dem Gewissen in Verbindung steht, kann uns verdeutlichen, dass anscheinend die Selbstachtung der Achtung des Anderen vorausgeht. Unser sensus humanitatis besitzt sozusagen die Fähigkeit, potentiell nach innen wie nach außen hin wahrzunehmen. Allerdings bedarf, wie bereits angedeutet, ein feines Gespür hinsichtlich der Selbstachtung, aber vor allem auch des Respekts und der Achtung vor anderen Menschen, einer gewissen "Kultivierung", also eines "guten Training" von Kindesbeinen an. Am ehesten vermag diese “Bildung des Gewissens” wohl die Liebe zu bewerkstelligen. Deshalb sind auch Eltern, die ihre Kinder lieben, und andere liebevolle Familienangehörige, später auch gute Freunde … unersetzbar hinsichtlich “Gewissensbildung”.
Jesus war ein “Herzenskündiger”, wie Kant so trefflich des öfteren betont. Jesus verstand es in der Tat, die Herzen der Menschen zu erobern. Von daher hat dieser “Menschensohn” auch die oberste Pflicht des Menschen wohlweislich in “Liebe” eingebettet. Das Liebesgebot Jesu hat in Bezug auf unseren sensus humanitatis nicht nur seinen tiefen Sinn, sondern auch seine klare innere Logik, die es zu beachten gilt. "Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben." (Joh 13,34) Wie hat denn nun Jesus die Menschen geliebt? Einen zentralen Hinweis dazu, finden wir in Jesu Antwort, auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot: "Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten." (Mt 22,36-40) Nachdem nun das zweite Gebot für viele Menschen in der Regel zugänglicher ist, als das erste und wie Jesus ja selbst betont: "Ebenso wichtig ist …", reicht es hier erst einmal völlig aus, nur das: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." zu betrachten. Wenn wir nun auf den moralischen Kern schauen, der von diesem Gebot in Liebe umhüllt wird, dann wird uns auch der Zusammenhang zu unserem "Würde-Sensor" bewusst. Der Mensch vermag den anderen Menschen nur so zu lieben, wie er sich selbst liebt. Genauso verhält es mit unserem sensus humanitatis: Er wird nach außen hin nur in dem Grade sensibel sein, wie er eben auch nach innen hin sensibel ist. – Aber durch was werden Achtung und Respekt vor sich selbst wohl am meisten gefördert? Ist doch klar: Durch die "Liebe"!
Man könnte jetzt auch davon sprechen, dass sich im Liebesgebot Jesu, "Form" (= die Liebe) und "Inhalt" (das Moralische-Gesetz-in-uns) in Vollendung finden. So wird deutlich, warum letzten Endes nur in der “Liebe”, die oberste Pflicht des Menschen, Sinn macht. Besonders markant wird uns diese wunderbare Verschmelzung von Liebe und Moral im Gebot der Feindesliebe vor Augen geführt: “Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.” (Mt 5,43-45) Dieses Wort Jesu übersteigt für viele Menschen die Grenze der Zumutbarkeit und erst recht die der Vernunft. In der Tat ist es wohl nur sehr wenigen Menschen vorbehalten, mit wirklich aufrichtigem Herzen diese “Liebe” zu einem echten Feind (z.B. einem Menschen, der mich vom tiefsten Grunde seines Herzens her hasst, der vielleicht sogar mein eigenes Leben oder das Leben eines mir sehr nahestehenden Menschen ernsthaft bedroht) in sich zu tragen. Aber um was geht es Jesus denn eigentlich, wenn er seinen Zeitgenossen und auch uns so ein “unerhörtes Wort” zumutet? Nehmen wir deshalb, gerade bei diesem Beispiel, einmal die uns so teure "Verpackung Liebe" weg und schauen nur auf den Kern, auf das "Moralischen-Gesetzes-in-uns". Dem Kategorischen Imperativ nach, spricht dann die höchste Pflicht zu unserem Gewissen: Du hast auch deinen schlimmsten Feind noch als Mensch unter Menschen anzuerkennen! Auch wenn unser Gemüt, unsere emotionalen Systeme, verrückt spielen und dabei drohen "auszurasten" – dennoch Pflicht ist Pflicht: auch den “Mörder”, “Kinderschänder” und auch den "Terroristen" gilt es seiner Menschenwürde gemäß zu behandeln und bestrafen! Dem Kern nach, bedeutet "Feindesliebe" von daher: Angesichts des "Moralischen-Gesetzes-in-uns", trotz des menschenunwürdigen Verhaltens meines Feindes, sich der Würde eines Menschen gemäß zu verhalten und zu handeln. Und an dieser Stelle gilt es auf eine Selbstverständlichkeit zu verweisen, die bedauerlicherweise meist übersehen wird: Die höchste Pflicht von der Wahrnehmung und Achtung der Menschenwürde gemäß dem “Moralischen-Gesetz-in-uns” gilt vor allem für denjenigen, der sich in der Position des “Stärkeren” befindet! Die weitreichende Bedeutung dieser höchsten Pflicht und die Mißachtung derselben, wird uns gerade in unseren Tagen wieder aufs schmerzlichste bewußt gemacht, wenn wir auf die gegenwärtige Außen- und Innenpolitik Amerikas unter der Bush-Regierung schauen. Welche (politische) Dummheit sich hier mit aller Gewalt gegenwärtig global Weg bahnt, kann der einzelne nur erahnen, wenn er den Mut findet, dieser gewalttätigen Dummheit die Weisheit der Bibel entgegenzuhalten. So schreibt der Apostel Paulus an die Römer: "Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt." (Röm 12,20; vgl. auch Spr 25,21-22)
Aber noch ein weiters offenbart sich uns nach der Betrachtung von dem, an dem "das ganze Gesetz samt den Propheten" hängt: Die Erfüllung unserer obersten Pflicht als Mensch, nämlich, gemäß dem “Moralischen-Gesetz-in-uns” zu Handeln - im jesuanischen Sinne also “umzukehren” - kann mit Recht auch als die “Erfüllung des ganzen Gesetzes” bezeichnet werden!
Von diesem untrennbaren Zusammenhang des Moralischen-Gesetzes-in-uns und der Erfüllung des ganzen Gesetzes erzählt auch die Bibel, wenn Jesus seine Zeitgenossen mit sehr deutlichem Wort darauf hinweist: “Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.” (Mt 5,17-20). Spätestens jetzt, dürfte es klar geworden sein, dass mit einem reinen Dienst-nach-Vorschrift-Handeln die Erfüllung des Gesetzes jedenfalls nicht gemeint sein kann - denn “Dienst-nach-Vorschrift” ist keine Erfindung der Neuzeit, sondern diese, dem Menschen unwürdige innere Haltung, gab’s auch schon zu Zeiten Jesu - besonders verbreitet war sie wohl unter den Schriftgelehrten und Pharisäern, denn nur so wird auch Jesu Unmut gegen sie verständlich.
Vor diesem gewaltigen Hintergrund, der ja durchaus einen maßgeblichen Anteil der Menschheitsgeschichte betrifft, ist die Erkenntnis von der “wahren Gerechtigkeit”, wie sie uns einst Jesus offenbarte, eine der grundlegendsten Erkenntnisse der Menschheit - wenn nicht sogar die grundlegendste Erkenntnis der Menschheit überhaupt! Vielleicht kann nun der Leser nachvollziehen, dass gerade diese bedeutendste Menschheits-Erkenntnis als ethische Grundlage für die Formulierung des Artikels 1 GG der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1948 während des Verfassungskonventes auf Herrenchiemsee diente! So gesehen wird es vielleicht auch verständlicher, warum ich gerne den Artikel 1,1 unseres Grundgesetzes als die größte Erfindung gleich nach dem Rad, der Schrift und dem Naturgesetz betitle - denn die Rechts-Setzung, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und alle staatliche Gewalt letztlich nur zum Schutze und zur Achtung der Menschenwürde dient - eine solche Setzung entspricht nicht nur dem “Moralischen-Gesetz-in-uns”, dem “Kategorischen Imperativ”, sondern bedeutet viel mehr: Ein ganzes Volk nimmt plötzlich das “Moralische-Gesetz-in-uns” wahr und versucht, gemäß seiner höchsten Pflicht, danach zu Handeln. Dieser moralische Quantensprung in der Menschheitsgeschichte ist sozusagen auch die Manifestation des “Moralischen-Gesetzes-außer-uns” und wird durch die Rechts-Setzung in unserer Verfassung damit zum “Moralischen-Gesetzes-in-der-Menschheit-an-sich”. Von daher gesehen erhält der folgende Satz, auch Anspruch auf Allgemeingültigkeit:
Der vorstaatliche Artikel 1,1 GG ist das Gesetz der Menschheit!
Es gilt noch ein Weiteres zu bedenken: In der Tat kann nämlich jetzt festgestellt werden, dass mit dem in Kraft treten des Artikel 1,1 GG am 23. Mai 1949 - also nach nicht einmal 200 Jahren - auch Kants scharfsinnige Vision von der Anerkennung der Würde des Menschen durch den Staat endgültig verwirklicht wurde. So dürfte die folgende Behauptung mit der Zeit durchaus an Gewicht gewinnen, dass mit Setzung des vorstaatlichen Artikels 1,1 GG der Bundesrepublik Deutschland in gewisser Weise nun auch das Jahrtausend-Projekt “Aufklärung” - wenn auch bisher unbemerkt, aber wenigstens der Sache nach - zu einem vorläufigen Abschluß gekommen ist! Lassen wir deshalb Immanuel Kant, einen der Größten unter den Denkern der Menschheit, in dieser Angelegenheit noch einmal selbst zu Wort kommen: “Wenn denn die Natur unter dieser harten Hülle den Keim, für den sie am zärtlichsten sorgt, nämlich den Hang und Beruf zum freien Denken, ausgewickelt hat: so wirkt dieser allmählich zurück auf die Sinnesart des Volks (wodurch dieses der Freiheit zu handeln nach und nach fähiger wird), und endlich auch sogar auf die Grundsätze der Regierung, die es ihr selbst zuträglich findet, den Menschen, der nun mehr als Maschine ist, seiner Würde gemäß zu behandeln.” (I. Kant: Als Schlußsatz in der Schrift “Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?”)
Der große Aufklärer Kant legte in seiner Schrift, der Kritik der reinen Vernunft ausführlich dar, dass mittels eines reinen “Sapere aude!”, eine rein rationale Antwort auf die letzte große Frage des Menschen: „Was darf ich hoffen?“ nicht möglich ist. Im Horizont dieser Frage nach der “Hoffnung des Menschen” zeigt er zugleich auf, dass zwar “Gott”, die “Unsterblichkeit der Seele” und die “Freiheit” durch die Vernunft nicht zu beweisen sind, die Vernunft aber dagegen auch nicht das Nichtexistieren dieser Ideen beweisen kann. So führt Kant den wirklich aufgeklärten Nachdenkenden zu der tiefen Erkenntnis, dass dem Suchenden eine mögliche Antwort auf die Frage: “Was darf ich hoffen?” solange verweigert wird, solange sich dieser auf dem gesicherten Boden “möglichen Wissens” befindet. Eine Antwort auf das: “Was darf ich hoffen?”, wird der aufgeklärte Suchende nur erhalten, wenn er den Bereich der reinen Rationalität verlässt, und mutig den “Sprung in den Glauben” (Kierkegaard) wagt:
„Ich musste das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen.“ (vgl. dazu vor allem auch Kants Schrift: “Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft” 1793)
Der besseren Anschaulichkeit wegen, die vier großen Fragen Kants als Quaternio:
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Was kann ich wissen? In seiner Erkenntnistheorie
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Was darf ich hoffen? In seiner Religionsphilosophie
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Was soll ich tun? In seiner Ethik
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Was ist der Mensch? In seiner Anthropologie
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Kant verweist mit seiner spirituellen Frage nach der Hoffnung des Menschen und seinem “Freiräumen” für den Glauben, unmittelbar auf das “spirituelle Vermögen” des Menschen und eröffnet so den Zugang zu einer ganz neuen Glaubens-Qualität. Damit hat Kant eine notwendige Differenzierung des menschlichen "Geistes" für unsere Zeit vorweggenommen. Diese Differenzierung liegt auch dem denk4-Ansatz zu Grunde, der den einfachen Dualismus eines René Descartes durch die folgende grundlegende Unterscheidung überwindet: res extensa (Körperliches) wird unterschieden in den rein physischen Bereich des Menschen (Körper) und in den Bereich der "emotionalen Systeme" (Gemüt). In Bezug auf die res cogitans (Gedankliches) dagegen wird in Intellektualität (Wissen) und Spiritualität (Glauben) unterschieden - so wie es Kant schon in seinen Schriften sehr gründlich durchbuchstabiert hat. (vgl. zum denk4-Ansatz auch meine Ausführungen auf den anderen Seiten von www.denk4.de)
Bitte Leserichtung des Quaternio beachten: GRÜN-BLAU-GELB-ROT! Sehr Wichtig!
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VERSTAND
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GLAUBE
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GEMÜT
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KÖRPER
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Nach dem Denken Kants läßt sich in der Geschichte keine göttliche Absicht finden und so ist für ihn die Geschichte ein Abbild des freien Menschen, Nun sollte aber gerade am “Ende der Aufklärung” die allesentscheidende Frage nach dieser “Menschwerdung”, die sich da im Laufe der Menschheitsgeschichte abgebildet hat, erlaubt sein. Ist der “rote Faden” der sich von Jesus bis hin zur Rechts-Setzung des Artikel 1 GG ziehen läßt, nicht ein möglicher Beweis für einen übergeordneten Plan Gottes - ein Plan, der zwar nicht mit den Denkwerkzeugen der Rationalität zu fassen ist, aber dessen Existenz durchaus in der Spiritualität des Menschen offenbar wird. So gesehen, würde es einerseits einen vordergründigen rationalen Plan der "Freiheit des Menschen in Würde" geben. D.h. dass die Menschheitsgeschichte einen teleologischen Leitfaden hat. Dieser “rote Faden” ist die Vernunft, die sich im Zusammenleben der Menschen entwickelt. Für dieses Zusammenleben hat der vernünftige Mensch das Recht geschaffen, das schrittweise die Gesellschaftsordnung immer mehr bestimmt. Diese zunehmend vernünftige Gesellschaftsordnung führt am Ende zu einer bürgerlichen Verfassung, wie sie nun im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland 1949 auf der vollkommenen Grundlage des vorstaatlichen Artikel 1,1 GG errichtet wurde, Der Grundlage nach, handelt es sich hier also um eine vollkommene Verfassung, die auch dann Bestand hat, wenn sich zwischen den Staaten äußere Gesetzmäßigkeiten entwickeln (vgl. Europa). Der spirituelle Plan der “Menschwerdung in Liebe” dagegen, erstreckt sich weit über das, was in der Menschheitsgeschichte bisher unter dem rationalen Vorzeichen von der “Freiheit eines Menschen” vorzufinden ist. Zu diesem übergreifenden Plan Gottes will eben mein Wort: “Ohne Würde keine Liebe” eine Brücke schlagen. Dieser große Zusammenhang meiner Gedanken lässt sich am besten in einem denk4-Quaternio darstellen.
Ein denkbarer vierfacher Plan Gottes, der SEINER göttlichen und unerforschlichen Vorsehung entsprechen könnte:
Bitte Leserichtung beachten: GRÜN-BLAU-GELB-ROT! Sehr Wichtig!
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der RATIONALE PLAN
= Freiwerden des Menschen in Würde
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der SPIRITUELLE PLAN
= Menschwerdung in Liebe
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der SOZIALE PLAN
= Gemeinschaftsbildung der Völker
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der BIOLOGISCHE PLAN
= Evolution der Schöpfung
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Der große Denker und Philosoph Immanuel Kant hat sich viel Mühe gegeben, die “Intellektuelle Dimension” des Menschen abzustecken, um damit zugleich den Blick auf die Spiritualität des Menschen in einer völlig neuen Qualität und Schärfe zu ermöglichen. Wir können diese denkerische Meisterleistung, diesen vernünftigen Dienst, den er damit der Menschheit erwiesen hat, nicht hoch genug einschätzen. Nur wenn wir den Philosophen Kant in diesem Anliegen ernst nehmen, dann vermögen wir auch den Menschen Immanuel Kant in seiner Ganzheit ausreichend zu würdigen. So wird uns auch die “Spirituelle Dimension” des Philosophen Kant zugänglich. Kants “Spiritualität” und damit “Glaubenswelt” möchte ich dem Leser noch mit einer einfachen Gegenüberstellung zweier Texte, die Jahrtausende auseinanderliegen, ohne großen Kommentar bewußt machen. Damit wird auch unmittelbar das angedeutet, was einst für den Menschen Immanuel Kant wohl “Menschwerdung” bedeutet hat:
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“Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmenden Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir, und das moralische Gesetz in mir.”
(Immanuel Kant)
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“Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, daß du an ihn denkst, des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.”
(Ps 8,4-6)
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Ausdifferenzierung des “moralischen Gesetzes” in und außer uns:
Die nachfolgende Darstellung veranschaulicht zudem auch, wie hilfreich und praktisch “Integration-durch-Differenzierung” ist, denn die bisherige einfache Unterscheidung von “Sitte” (= oberer Bereich) und “Moral” (= unterer Bereich) ist in einer derartig differenzierten und komplexen Gesellschaft wie der unsrigen, nicht mehr ausreichend, um noch von allen in der konkreten Lebenssituation verstanden zu werden:
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KULTURELL-KATEGORISCHER IMPERATIV
richtig - falsch (2+2=: 4 – 7)
Sinn-Medium: SPRACHE
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RELIGIÖS-KATEGORISCHER IMPERATIV:
sinnvoll - sinnlos (Menschenwürde achten – Menschwürde mißachten)
Sinn-Medium: LETZTWERTE
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POLITISCH-KATEGORISCHER IMPERATIV:
gut - böse (Vaterland verteidigen - Eroberungskrieg führen)
Sinn-Medium: RECHT
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ÖKONOMISCH-KATEGORISCHER IMPERATIV:
brauchbar - nutzlos (frischer Apfel – fauler Apfel)
Sinn-Medium: GELD
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Soweit skizzenhaft, die Differenzierung des "Moralischen-Gesetzes-in-uns" mittels eines Quaternio nach dem denk4-Ansatz. Der Begriff “Sinn-Medium” und dessen Zuordnung wurde dem gesellschaftlichen Entwurf von Johannes Heinrichs entnommen.
Der “ökonomisch-kategorische Imperativ” innerhalb der gesellschaftlichen Subebene “Wirtschaft” sagt z.B. dem Kaufmann, welche Waren jetzt für ihn “nützlich” oder eben auch “nutzlos” sind, Frische Äpfel “rechnen sich”, denn die kann er normalerweise verkaufen, ganz im Gegensatz zu faulen Äpfeln. Frische Äpfel bedeuten in unserem Falle für den Kaufmann "GELD". Ein “Sinn-Medium” (J. Heinrichs) ist das, was die oberste Pflicht dem einzelnen vernünftig erscheinen lässt, weil diese Pflicht durch das Medium - in diesem Falle ist es das "GELD" - Sinn macht. Im Bereich der Wirtschaft, wäre demnach ein Kaufmann gerade dann besonders vernünftig, wenn dieser, bei seinen Entscheidungen und Handlungen, pflichtbewusst dem ökonomisch-kategorischen Imperativ Folge leistet. Für solch' einen echten Kaufmann, ist also das “GELD” ein Medium, das ihm hilft, zwischen “brauchbar” und “nutzlos” zu unterscheiden. Das ursprüngliche Selbstverständnis von GELD als Sinn-Medium, steht jedoch im krassen Gegensatz zu dem, was man heutzutage mit "Geld-Markt” überschreiben könnte. Dieser "Geld-Markt" wird jedoch immer mehr in der Wirtschaftswelt als das entscheidende Kriterium angeführt. Der "Geld-Markt" ist bei genauerem Hinsehen, leider nur ein krebsartiger Auswuchs, eine gefährliche Wucherung des sich immer mehr verselbstständigenden Geldkreislaufes. Gegenwärtig wird diese bösartige Krankheit kapitalistischer Gesellschaften sogar schon zum "Goldenen Kalb" erhoben. Deshalb verwundert es nicht, dass auch immer mehr Kaufmänner ganz verzückt um dieses “Goldene Kalb” herumzutanzen. Aber wirklich erschreckend ist, dass dieser um sich greifende Wahn, nach und nach anscheinend auch ganze Gesellschaften erfasst. So werden wir wohl in Zukunft nicht nur von "Markt-Gesellschaften" (vgl. "Konsum-Gesellschaft") reden, sondern auch noch von "Geld-Markt-Gesellschaften" reden müssen - wenn nicht vorher …. Aber zurück: Beim ekstatischen Tanz ums "Goldene Kalb" bleibt letzen Endes die Vernunft des Kaufmanns auf der Strecke und so gerät auch der ökonomisch-kategorische Imperativ aus den Augen und die oberste Pflicht des Kaufmanns geht "tanzen"! Es kommt so zur abstrusen Rechnerei und verantwortungslosen Spekuliererei und das GELD verflüchtigt sich im Wirbel des Geld-Marktes unter den Händen der Geld-Händler und sammelt sich entwertet in irgendwelchen unsinnigen Luxus weniger Geld-Leute, die nicht mehr wissen wohin mit diesem Zeugs, das sich da bei ihnen in unvorstellbaren Mengen anhäuft – der Zins-Abfall nennt sich zwar noch "Geld", ist aber kein GELD mehr. Seriöse Kaufleute, die innerhalb des lebensnotwendigen Produktionskreislaufes von Waren und deren Markt noch versuchen gemäß dem "Ökonomisch-moralischen-Gesetz-in-uns" verantwortungsvoll zu handeln, wissen dagegen nicht mehr, woher sie das GELD für ihre doch durchaus sehr sinnvollen Belange nehmen sollen – lebensrelevante Belange, in denen es letztlich darum geht, dass mit den erarbeiteten Gütern und Dienstleistungen, Menschen in Würde ihr Leben gestalten können. Angesicht dieses schrecklichen GELD-Dilemma unserer Zeit, dem wir uns alle nicht entziehen können, sollte uns noch der folgende Zusammenhang bewusst werden - denn wir sind ja alle irgendwie als "Kaufleute" an der wirtschaftlichen Entwicklung mitbeteiligt. Der echte Kaufmann kennt eine höchste Pflicht, die da heißt: Folge in deinen Entscheidungen und Handlungen, ohne Wenn und Aber, dem ökonomisch-kategorischen Imperativ! Angesichts der wirtschaftlichen Schieflage von Geld- und Produktionskreislauf, insbesondere in Ermangelung des Sinnelementes "GELD", fällt es dem heutigen Kaufmann sehr schwer, zwischen brauchbaren und nutzlosen Äpfeln zu unterscheiden, denn der "Geld-Markt" verhindert zunehmend die klare Sicht auf den eigentlichen Wert eines Apfels. Deshalb bedarf es einiger Übung, um als vernünftiger und verantwortungsvoller Kaufmann von heute, die grundlegenden Abhängigkeiten von Werten im Blick zu behalten. Aber erst im großen Zusammenspiel aller Werte des Menschen, vermag auch der Kaufmann den unverfälschten Wert eines Apfels erkennen. Bemüht sich so ein Kaufmann, in Bezug auf die innere Abhängigkeit von Werten, um eine ganzheitliche Sichtweise, dann ehrt ihn dieses wirklich mühevolle Unterfangen doch sehr! Ein solcher Kaufmann ist dann aber nicht nur mit "vernünftig" zu betiteln, sondern er ist dann in der Tat ein ehrenwerter Kaufmann – und das im wahrsten Sinne des Wortes! Für solch' einen ehrenwerten Kaufmann heißt die oberste Pflicht, für seinen Verantwortungsbereich, gemäß des ökonomisch-kategorischen Imperativs, die folgenden grundlegenden inneren Abhängigkeiten von Werten, nicht nur um des GELDES wegen, sondern vor allem um des Menschen willen, durchzubuchstabieren: Das Sinnmedium GELD ist ursprünglich für den (Güter-)Markt da und nicht der Markt für das Geld! Der Markt jedoch, ist für die Arbeit da und nicht die Arbeit für den Markt! Und schließlich und letztendlich: Die Arbeit ist um des Menschen willen da und nicht der Mensch um der Arbeit willen! So schließt sich der Kreis der Wirtschaft und wir sehen, wie sehr das Sinn-Medium GELD den Menschen in seiner Ganzheit braucht – und der ehrenwerte Kaufmann, so wie wir alle, nicht den "Mammon" brauchen, sondern das wahre und ursprüngliche "GELD" um unser Leben in Würde miteinander vernünftig gestalten zu können!
Ein Überblick über die vier obersten Werte der WIRTSCHAFT in ihrer inneren Abhängigkeit - Sinnmedium: GELD (brauchbar-nutzlos)
Bitte Leserichtung beachten: GRÜN-BLAU-GELB-ROT! Sehr Wichtig!
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ARBEIT
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MENSCH
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MARKT
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GÜTER
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Für den Politiker, den Richter, … oder Soldaten, geht es im Gegensatz zum Kaufmann schlichtweg immer um “Gut” oder “Böse”, d.h. um “Recht” und “Unrecht”. Der “politisch-kategorische Imperativ” steht also im unmittelbarem Zusammenhang mit dem, was wir unter "gesellschaftlicher Ordnung" im weiteren und tiefergehenden Sinne verstehen. Es geht darum, die “böse Tat” zu verhindern, denn sie gefährdet die "Ordnung" - und wenn sie dennoch passiert, dann geht es um die gerechte Bestrafung! Normalerweise assoziieren wir in unserem westlichen Kulturkreis mit “Gut und Böse”, neben “Moral”, meist auch das “Gewissen”, “Sündenschuld”, “Buße”, ... “Kirche”. Kommt ja nicht von ungefähr und hat auch heute noch seinen tiefen Sinn. Jedoch gilt es in unserem Differenzierungprozeß hinsichtlich des “Moralischen-Gesetzes-in-uns” bewußt zu machen, dass für die “Kirche”, also der bisherigen obersten und uneingeschränkten “Wächterin der Moral”, gerade auf der “politischen Ebene” die konkrete Auslegung des “kategorischen Imperativs” nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Unsere Gesetze sind nicht schlecht und haben im wesentlichen das Sinn-Medium “RECHT” verinnerlicht - d.h. sie enthalten das Wissen davon, was dem Menschen recht ist! (Vgl. dazu auch die Entwicklung und Etablierung von “Menschenrechten” im Laufe der Geschichte.) So kann die Kirche getrost diese mühselige Arbeit, der tagtäglichen Unterscheidung von “Gut und Böse” den Verantwortlichen auf der “Politischen Ebene” überlassen. Wenn die Menschen von heute noch etwas verinnerlicht haben, dann ist es die Unterscheidung von “Gut und Böse”, denn dies ist der “Stoff” aus dem gute Filme, Musik, Bücher, ... gemacht sind. Allerdings gibt es inzwischen leider auch wirklich sehr viele schlechte Filme, Musik, Bücher, ... und diese schlechte Qualtiät nimmt überproportional zu!- Aber das ist dann eher die Aufgabe der Politik und weniger die der Kirchen dafür zu sorgen, dass es für die Freiheit des Menschen generell sehr wichtig ist, die Fähigkeit der Unterscheidung von “Gut und Böse” gleich von Kindheit an kreativ und spielerisch entfalten zu können – Warum? Wegen der "Kultivierung des Gewissens"! Gerade auch auf dieser “Politischen Ebene” bedarf es jedoch der intensiven seelsorglichen Begleitung von Menschen. Z.B. müssen unsere Staatsdiener in ihrem Verantwortungsbereich oft sehr weitreichende und schwerwiegende Entscheidungen treffen. Oder sie werden, wie beispielsweise Polizisten, tagtäglich hautnah und unmittelbar mit den (existentiellen) Not, Ängsten, Problemen und Konflikten fremder Menschen konfrontiert. In einer extrem gefährlichen Situationen für Leib und Leben von Menschen muss hier vielleicht schnell gehandelt werden. Vor allem dann, wenn es schnell gehen muss, ist in komplexen Situationen eine klare Trennung von “Gut und Böse” nicht immer ganz einfach - in solchen prekären Situationen hilft dann vielleicht nur noch die Erfahrung eines älteren Kollegen, um der Situation angemessen richtig zu handeln. Aber unabhängig von diesem kurzen Exkurs zum Alltag von Polizisten, trifft generell wohl die folgende Behauptung zu: Je nachdem, wie ein Polizeibeamter seine Pflicht allzeit dem “RECHT” Folge zu leisten verinnerlicht hat und so im Laufe seiner Berufserfahrung gelernt hat, das politisch-moralische Gesetz von “Gut-und-Böse” für sich persönlich in seinem Aufgabenbereich durchzubuchstabieren - je nachdem wird er ein guter oder ein schlechter Polizist sein! Es kommt also beim guten Polizisten letzten Endes nicht darauf an, dass er nach Vorschrift vor allem für “Gesetz und Ordnung” sorgt, sondern dass er als guter “Hüter des Gesetzes” gemäß dem “RECHT” in seinem Verantwortungsbereich entscheidet und handelt. Aber diese lebenslange Einübung von “RECHT” gilt auch für jeden Politiker, jeden Richter .. und wie bereits angesprochen jeden Soldaten (der Bundeswehr).
Ein Überblick über die vier obersten Werte der POLITIK in ihrer inneren Abhängigkeit - Sinnmedium: RECHT (gut-böse)
Bitte Leserichtung beachten: GRÜN-BLAU-GELB-ROT! Sehr Wichtig!
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FREIHEIT
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VERANTWORTLICHKEIT
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SOLIDARITÄT
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GLEICHHEIT
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Noch ein kritisches Wort zum kulturell-kategorischen Imperativ: In unserer “Wissenschafts-Kultur” haben wir beispielsweise gelernt, bei schwierigen Fällen, den Wissenschaftlern, den Experten eines bestimmten Fachbereiches die sachkundige Beurteilung von dem was jetzt “richtig” oder was “falsch” ist zu überlassen. Jedoch auch hier, schält sich, vergleichbar der politischen Ebene, mit der Zeit heraus, was letztendlich ein guter oder schlechter Wissenschaftler ist. Sprache war schon immer “verräterisch”, so auch in den Wissenschaften. Gerade in den wissenschaftlichen Disziplinen kommt es darauf an, dass man seine Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzt. Seriöse Wissenschaftler wissen darum, denn Sie haben in der Tat viel zu verlieren. Trotz der allgemeinen Ernsthaftigkeit in der Forschung, kommt es zunehmend zum Verlust von “Wissenschaftlichkeit”, vor allem in den Bereichen der “Weicheren Fakultäten”, wie der Soziologie, Psychologie, … aber vor allem auch in der Philosophie und Theologie. Aber der um sich greifende Glaubwürdigkeitsverlust hat inzwischen auch schon die “Harten Wissenschaften” erreicht, insbesondere wohl beispielsweise in den Bereichen der “Genetik” oder “Medizin”. Vielleicht lässt sich ja diese bedenkliche Fehlentwicklung auch nur damit erklären, dass sich Forscher zunehmend immer mehr am Sinn-Element “GELD” orientieren (müssen!?) und deshalb konsequenterweise auch anfangen, vorrangig wie ein Kaufmann in Kategorien wie "es-rechnet-sich" oder "es-rechnet-sich-nicht" zu Denken und zu Handeln und weniger wie ein Forscher, dem es um "richtig" oder "falsch" geht. Eine ausreichende Antwort auf diese Frage, woher denn diese zunehmende Ungenauigkeit in den Wissenschaften letztendlich kommt, werden uns aber nur die Wissenschaftler selbst geben können - alles andere bleibt Vermutung und Spekulation! Auf eines sollte trotzdem noch hingewiesen werden: Ist für einen Forscher persönlich - aus welchen Gründen auch immer - das eigentliche Sinn-Medium SPRACHE ins Hintertreffen geraten, so wird sein ganzes wissenschaftliches Gerede von “Richtig-oder-Falsch” früher oder später zur bloßen Phrase verkommen. Jedem Politiker und auch jedem Pfarrer wird solches “Beliebigkeitsgeschwätz” wohl eher nachgesehen werden, als einem seriösen Wissenschaftler. Das Sinn-Element SPRACHE erfordert Genauigkeit. Einem Naturforscher ist die Ungenauigkeit in der SPRACHE in der Regel wesentlich schneller nachzuweisen, als beispielsweise einem Soziologen. Das ist nun auch das große Problem des heutigen Wissenschaftsbetriebes, dass sich zunehmend all die “Ungenauigkeiten” rächen, die man sich im Bereich der Wissenschaften in den letzten Jahren zunehmend geleistet hat. Die Genauigkeit in der SPRACHE, hat eigentlich jeder kulturschaffende Mensch, also auch jeder Künstler, jeder Musiker, ... gemäß seinem kulturell-kategorischen Imperativ vorrangig ein- und auszuüben. Nur hört man halt den falschen oder unsauberen Ton eines Musikers bei seinem Geigenspiel eher heraus, als die falsche oder unsaubere These eines beredten Wissenschaftlers in einem komplexen Spezialbereich gegenwärtiger Forschung.
Ein Überblick über die vier obersten Werte der KULTUR in ihrer inneren Abhängigkeit - Sinnmedium: SPRACHE (richtig-falsch)
Bitte Leserichtung beachten: GRÜN-BLAU-GELB-ROT! Sehr Wichtig!
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das WAHRE
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das GUTE
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das SCHÖNE
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das WICHTIGE
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Was bleibt nach so viel Ausdifferenzierung in die wichtigsten Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens dann eigentlich noch in Bezug auf den religiös-kategorischen Imperativ übrig? Was vom “moralischen Gesetz in uns” ist also den “ethischen Glaubensgemeinschaften”, um es mit einem kantschen Begriff zu benennen, alleine vorbehalten? Die Antwort ist einfach: Es ist die Verantwortung für das, was für das Leben der Menschen “sinnvoll” ist. Diese Entscheidung darüber, was jetzt “sinnvoll-oder-sinnlos” ist, das kann kein Kaufmann, kein Politiker und auch kein Wissenschaftler dem Menschen vorschreiben. Nur der jeweilige Mensch selbst, kann sich diese Antwort auf “Sinn im Leben” geben. Da der kategorische Imperativ gewissermaßen im Menschen liegt, der Mensch aber auf Gedeih und Verderb ein soziales Wesen ist, so ist es nur verständlich, dass vor allem das moralische Gesetz Menschen früher oder später in sogenannte “Glaubens-Gemeinschaften” führt. Denn nur in einer Gemeinschaft, in der alle durch ihren Glauben vom gleichen Lebens-Sinn erfüllt sind, kann auch die Verantwortlichkeit für diesen gemeinsamen Sinn des Lebens wahrgenommen und miteinander in Verantwortung gestaltet werden. Denn nur Menschen, die sich im Glauben verbunden wissen, ist auch eine höchste Pflicht des Menschen allgemeingültig vermittelbar, eine höchste Pflicht, die da heißt, in jeder Situation meines Lebens, also auf allen gesellschaftlichen Ebenen gemäß dem moralischen Gesetz zu Handeln, Nur in einem gemeinsamen Glauben macht diese höchste Pflicht auch persönlich Sinn. Mit einem anderen Wort gesagt: Der einzelne Gläubige entläßt in einer solchen Sinn-Gemeinschaft seinen ganz persönlichen “Lebenssinn” in die “Freiheit” der Glaubens-Gemeinschaft (vgl. auch Artikel 4 GG). “Ethische Glaubensgemeinschaften” die diese Hauptaufgabe der gemeinsamen “Sinn-Gestaltung” ernst nehmen, haben wahrlich eine umfassende Verantwortung für die Menschen übernommen - und dazu brauchen sie auch “all ihre Kraft” und sie benötigen das “ganze Herz” all ihrer Gläubigen! Warum?: Denn am “Sinn unseres Lebens” hängt letzten Endes das ganze “Gesetz und die Propheten”! (Mt 5,17; Mt 7,12; Mt 22,40; Lk 16,16; ...) … auch das Gewissen eines Wissenschaftlers, eines Politikers, wie auch das eines Kaufmanns! Denn im Glauben an Gott seinen Lebenssinn in der Liebe zu finden, das ist die erste und auch vornehmlichste Berufung eines jeden Menschen!
Ein Überblick über die vier obersten Werte der RELIGION in ihrer inneren Abhängigkeit - Sinnmedium: LETZTWERTE (sinnvoll-sinnlos)
Bitte Leserichtung beachten: GRÜN-BLAU-GELB-ROT! Sehr Wichtig!
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WÜRDE
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LIEBE
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FAMILIE
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SCHÖPFUNG
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Vielleicht wurde nun, nach all diesen Ausführungen, verständlicher, worum es bei der sogenannten “Erfüllung des Gesetzes” eigentlich geht - so wie es schon in der Bibel steht und wie es uns auch einst Jesus geoffenbart hat. Vielleicht tritt nun ja für Sie, lieber Leser, der berühmte “rote Faden” vor ihrem inneren Auge deutlicher hervor – "der rote Faden", der sich von Jesus (vielleicht auch schon von Sokrates) ausgehend über Paulus, über ... den Reformator Martin Luther (der mit seiner Schrift von der “Freiheit eines Christenmenschen” nur versuchte, das moralische Gesetz wieder frei zu legen), bis hin zum großen Philosophen Immanuel Kant, der mit seinem kategorischen Imperativ das “moralische Gesetz in uns” (als Novum in der Rechtsgeschichte) zur Grundlage einer jeden Gesetzgebung erhob. ... und sie verstehen nun auch eher, warum dieser geschichtsträchtige “rote Faden” des "Moralischen-Gesetzes-in-uns" gerade im vorstaatlichen Artikel 1,1 GG sein vorläufiges Ende gefunden haben soll ...
... und warum deshalb der vorstaatliche Artikel 1,1 GG das Gesetz der Menschheit ist!
... und warum mein Wahlspruch für die zukünftige Zeit der Menschwerdung lautet: Ohne Würde keine Liebe!
Ihr Franz Eisend
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