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Folgende Axiome sind für das “kommunikative Modell” vorauszusetzen:
Die Gestaltung des Lebens hängt unmittelbar an dem Bild, das wir vom “Menschen” haben. Schon seit längerem kann festgestellt werden, dass das im westlichen Kulturkreis durch Christentum und Humanismus geprägte und tradierte “Menschenbild” einem anscheinend unaufhaltsamen Auflösungsprozess unterliegt. Die Auswirkungen sind enorm und die damit einhergehenden (globalen) Veränderungen unabsehbar.
Was ist Ursache dieser humanistischen Erosion? Die Ursachen sind mehr als komplex, aber es können folgende Hauptursachen genannt werden: ungemein erfolgreiche Technologien, ausgeprägte (gefühlsbestimmte) Individualisierung, tief- und weitgreifende wissenschaftliche Erkenntnisse und eine allgemein um sich greifende Sinn- und Orientierungslosigkeit.
Diese grundlegenden gesamtgesellschaftlichen Veränderungen beinhalten zweierlei: Einerseits bedeuten sie eine abgrundtiefe Bedrohung für das Leben eines jeden von uns und vor allem für die Zukunft unserer Kinder - andererseits beinhalten diese Umwälzungen auch gigantische Chancen für die weitere Entwicklung der Menschheit.
Auf welche Seite die große Waage der Globalisierung letztendlich ausschlagen wird, hängt meiner Einsicht nach, einzig und allein daran, wie wir in Zukunft den “Menschen” weltweit wahrnehmen und denken werden!
Warum?
Das “Menschenbild” ist Achse und Mittelpunkt unserer Lebensgestaltung. Alles dreht sich letztendlich um den “Menschen”:
Das können wir einmal schon bei uns selbst feststellen: Wie sehr sehnt sich unser ICH danach, im Mittelpunkt zu stehen? Wie geht es uns, wenn wir wirklich mal Mittelpunkt sind (und sei es noch so kurz)? Dann ist die Welt für uns gleich in Ordnung! Das hat erst einmal nichts mit krankhaftem Egozentrismus zu tun, sondern es liegt in der Natur des Menschen! Im Gegensatz dazu: Wie sehr haben wir damit zu kämpfen, wenn wir uns in einsamer Stunde plötzlich “der zärtlichen Gleichgültigkeit des Seins” (A. Camus) bewußt werden? Dann scheint die Welt ganz und gar nicht mehr in Ordnung zu sein! Und wie schnell kann sich dies wieder ändern, wenn uns wenigstens einer zeigt: “Du bist mir wichtig!” Die Lebenskunst besteht nun darin, eine “Mitte” unter vielen “Mitten” zu werden!
Dieser kurz angedeutete subjektive Zugang, dass der Mensch selbst Mitte seiner Ordnung ist, läßt sich auch auf objektiv wissenschaftlicher Ebene wiederfinden. Der große Naturforscher und Theologe P. Teilhard de Chardin hat sein geniales Hauptwerk “Der Mensch im Kosmos” vor allem dem Sehen und Wahrnehmen des Menschen gewidmet. Systematisches Sehen und Wahrnehmen ist dem wissenschaftlichen Arbeiten zugrundegelegt. Systematisches Sehen und Wahrnehmen und daraus abgeleitetes Erkennen und Verstehen schafft Ordnung! Doch was ist das eigentliche Ziel und die eigentliche Motivation der Wissenschaft? Zu welchem Sehen und Wahrnehmen treibt uns Menschen letztendlich der in uns liegende Drang nach Erkennen und Verstehen unserer Lebenswelt? Nach Teilhards Einsicht ist der “Mensch im Kosmos” das eigentliche und letzte Ziel der wissenschaftlichen Arbeit. So eröffnet er sein berühmtes Buch mit folgenden Worten: "Die folgenden Seiten sind Ausdruck eines Bemühens, zu sehen und sehen zu machen, was des Menschen Bestimmung und Anspruch ist, wenn man ihn voll und ganz in den Rahmen der Erscheinungen stellt. Warum dieses Trachten nach dem Sehen? Und warum richten wir unsere Blicke im besonderen auf den Menschen als Objekt? Sehen. Man könnte sagen, das ganze Leben sei darin beschlossen, - wenn nicht in seinem Ziel, so doch in seinem Wesen. Höheres Sein ist umfassenderes Vereintsein: dies ist der Grundgedanke des vorliegenden Buches und der Schluß, zu dem es gelangt. Diese Vereinigung jedoch - wir werden es noch feststellen müssen - steigert sich nur, wenn wachsendes Bewußtsein sie trägt. Das aber bedeutet Schau. Deshalb entspricht die Geschichte der lebenden Wesen zweifellos der Ausgestaltung immer vollkommenerer Augen inmitten eines Kosmos, in dem die Möglichkeit eines immer schärfer sich ausbildenden Unterscheidungsvermögens besteht. Ist nicht die Schärfe und die Fassungskraft eines Blickes das Maß für die Vollkommenheit des lebenden und die Überlegenheit des denkenden Wesens? Mehr und besser sehen zu wollen ist also keine bloße Laune, keine Neugierde, kein Luxus. Sehen oder zugrunde gehen. In dieser durch das geheimnisvolle Geschenk des Daseins aufgezwungenen Lage befindet sich jedes Element des Universums. Und dies ist demnach, auf höherer Ebene, auch die Daseinsbedingung des Menschen. Wenn aber Erkenntnis wirklich so lebensnotwendig und beseligend ist, warum - ich wiederhole die Frage - diese Vorliebe für die Ergründung des Menschen? Ist der Mensch nicht schon hinreichend beschrieben -, und langweilig? Besteht nicht ein besonderer Reiz der Wissenschaft gerade in der Ablenkung und Beruhigung unseres Blicks, wenn dieser endlich auf einem andern Gegenstand verweilen kann als dem eigenen Ich?” (aus: P. Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos, München: Beck 1959(7) 1964, S. 3.)
Zum ersten Axiom:
... welcher Kosmos also?
Auch wenn wir es persönlich kaum nachvollziehen können, so müssen wir dennoch auf gesellschaftlicher Ebene ebenfalls an dem Axiom festhalten, dass dieses Gesetz der Menschen-Mitte generell für die Entfaltung unserer gesamten Lebenswelt Geltung hat. Solange der “Mensch” die Achse unseres Handelns und Strebens ist, solange entsteht oder herrscht eine menschengerechte Ordnung. Das deutsche Wort “Ordnung” entspricht dem altgriechischen Begriff “Kosmos”. Wenn etwas “in Ordnung” ist, also sozusagen “im Kosmos” ist, dann empfinden wir es meist auch als sehr ästhetisch oder ausgesprochen harmonisch - ja, wir Menschen sehnen uns letztendlich unstillbar und immerwährend nach Ordnung, also nach Harmonie und dem Schönen. Gerade in unseren Tagen, in denen beispielsweise zunehmend der “Körperkult” den Menschen in ein ästhetisches Prokrustesbett zu pressen versucht, wird unser tiefes Verlangen nach Ordnung nur allzu deutlich. Man könnte diese einseitige und fast zwanghafte Fixierung auf einen ästhetisch-perfekten Körper durchaus im großen Zusammenhang mit dem Verlust des bisherigen Kosmos bringen: Wenn wir schon “im Großen” ohnmächtig der Auflösung unseres Makro-Kosmos (Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Kirche ...) gegenüberstehen und wir dadurch immer weniger das (gesunde) Gefühl vermittelt bekommen in (einer) Ordnung zu sein, dann soll doch wenigstens “im Kleinen” unser Mikro-Kosmos und sei es nur nach außen hin, d.h. unser Körper, noch in Ordnung sein - notfalls ist er mit Gewalt, z.B. mit einer Schönheitsoperation in Ordnung zu bringen!
Welcher “Makro-Kosmos” jedoch letztendlich für eine menschengerechtere Gestaltung unser Zunkunft vorauszusetzen ist, wurde schon in der Präambel der UNO vom 10. Dezember 1948 in Paris mit dem Menschenrechten formuliert. Wir sehnen uns danach, in diese allgemeinverbindliche Ordnung gestellt zu sein - im Kontext der Menschenrechte sind wir sozusagen höchst in (einer menschengerechten) Ordnung: »Da die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet, da Verkennung und Missachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit tief verletzt haben, und da die Schaffung einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit genießen und frei von Not und Furcht leben, als das höchste Bestreben der Menschheit verkündet worden ist ..., verkündet die Generalversammlung die vorliegende Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ...«
Erstes Axiom:
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Ein “anthropozentrischer Kosmos” ist vorauszusetzen!
d.h., der Mensch muß immer letzter Zweck allen Handelns und eigentlicher Mittelpunkt einer allgemeingültigen Ordnung sein.
Dazu können wir uns folgenden Satz merken:
Die Ordnung ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Ordnung!
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Zum zweiten Axiom:
... die Qualität des “Sehens” - oder: Welche Sichtweise ist vorauszusetzen?
Zusätzlich verstärkt wird die oben angedeutete enggeführte Lebens-Ordnung durch ein Wahrnehmungs- und Beurteilungsraster, das z.B. allein durch die Erfolge in Medizin und Biologie mehr und mehr an Plausibilität in unserer Gesellschaft gewinnt: Der Mensch hat gesund, schön, leistungsfähig und perfekt zu sein. Dafür hat er selbst Sorge zu tragen! Zunehmend entsteht immer mehr der Eindruck, wenn dies nicht der Fall ist, dann ist der Einzelne auch selbst schuld daran. Anscheinend unaufhaltsam und ganz wie von selbst, hat die Naturwissenschaft die Neudefinition des Menschen übernommen und beeinflußt damit inzwischen maßgeblich die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Jedoch offenbart bei genauerer Betrachtung, das rein naturwissenschaftliche Denken eine sehr gefährliche Sichtweise - eine geistige Linse, die den “Menschen” bis zur Unkenntlichkeit entstellen und deformieren kann (vgl. dazu auch die allgemeine Diskussion um die “Würde des Menschen”)! In der Folge entsteht eine wahrlich unmenschliche Ordnung, in der über den Begriff des Zumutbaren und Unzumutbaren, sprich: “in Ordnung” und “nicht in Ordnung”, gegenwärtig noch - und ich schreibe hier ganz bewußt “noch” - sukzessive die Grenzbereiche des “neudefinierten Menschen” austangiert werden!
Ohne Frage tragen all die unglaublich faszinierenden Einblicke in unsere menschliche Verfaßtheit, in unsere Abhängigkeiten dazu bei, dass wir uns selbst und andere besser verstehen lernen und damit auch unser Leben letztendlich besser gestalten können. Doch diese rein naturwissenschaftlichen Festschreibungen dürfen nicht aus dem organisch-lebendigen Gesamtzusammenhang herausgerissen werden und für sich alleine stehen. Sie müssen in einen größeren Zusammenhang, d.h. in das “Mensch-Sein” eingeordnet werden. Die Natur des Menschen erfordert einen möglichst ganzheitlichen und geordneten Zugang zum “Menschen” - und der geht weit über den rein naturwissenschaftlichen Zugang hinaus!
Dass die Frage nach dem “Menschen” weit über den Horizont der Naturwissenschaften hinausreicht, deutet schon allein der immerwährende Versuch des Menschen an, die “alte Ordnung zur retten” oder “eine neue Ordnung zu schaffen”, also das drohende lebensfeindliche und tödliche Chaos abzuwenden. Es ist ein zutiefst menschliches Bemühen, welches nur im Blick auf Alpha und Omega des Menschen, also im Zusammenhang von Anfang und Ende unseres menschlichen Seins zu verstehen ist:
Früher oder später weiß oder erahnt jeder von uns, daß er irgendwie in diese Welt geworfen wurde, dann vielleicht ein paar Jahrzehnte darin mehr oder weniger sinnvoll herumstolpert und zu guter Letzt diese Welt wieder zu verlassen hat - totsicher!
Und das könnte prinzipiell, auch für die Menschheit gelten - natürlich in anderen Zeiträumen!
Mit anderen Worten: Jeder von uns Menschen weiß um seine eigene Endlichkeit und Begrenztheit - und gerade unserer Generation ist es auch zugedacht, von der potentiellen Endlichkeit und Begrenztheit der Menschheit zu wissen - weit mehr von dieser Bedrohung zu wissen, als dies unsere Vorfahren jemals erahnen hätten können (Atombomben, Umweltzerstörung, Artensterben, Kometen, ...)! Dies alles hat viel mit dem Phänomen des Todes zu tun und das liegt außerhalb des naturwissenschaftlichen Erkenntnisbereiches. Naturwissenschaft vermag durchaus tiefe Einblicke in den Vorgang des Sterbens ermöglichen - aber über den Tod kann sie keine Aussagen machen! Doch gerade der Tod gehört untrennbar zum “Mensch-Sein”.
Dieser Hinweis soll genügen, um zu verdeutlichen, dass der interdisziplinäre Dialog der verschiedenen Wissenschaftsbereiche noch weit mehr an Bedeutung gewinnen wird, als dies heute schon der Fall ist. Kommunikation hat in unserer Zeit eine Schlüsselstellung. Die “kommunikativen Möglichkeiten” (Sprache, Schrift, Medien, ...) sind letztendlich auch die größten Errungenschaften des Menschen. Die gelingende weltweite Kommunikation wird darüber mit entscheiden, ob der “Mensch” im Mittelpunkt der globalen Entwicklungen bleibt oder dabei immer mehr ins Hintertreffen gerät, wie es sich derzeit auf erschreckende Weise auf allen Ebenen andeutet.
Die kommunikativen Möglichkeiten verbinden die Menschen untereinander und tragen zugleich wesentlich zu seiner Bewußtseinsbildung und -erweiterung bei. Sie realisieren mit ihren Leitungen und Synapsen gewissermaßen das “Nervensystem der Erde”. Die kommunikativen Möglichkeiten sind also eine Grundvoraussetzung für unser stetig wachsendes Bewußtsein.
Wenn es aber um die grundsätzliche Gestaltung unseres Lebens geht, dann benötigt der “globale Neokortex” auch “einheitliche Wahrnehmungs- und Übertragungsmuster” wie es zum Beispiel die Grammatik und Semantik einer Sprache, das Ein-mal-Eins in unserem Rechensystem, das einheitliche Messverfahren in der Technik oder das TCIP/IP-Protokoll im Internet ist. Diese globalen Einheitsmuster bilden in ihrer Gesamtheit sozusagen die Matrix in “Gajas Denkorgan”. Diese weltweit einheitlichen Wahrnehmungs- und Übertragungsmuster sind also durchaus von entscheidender Bedeutung für die globale Lebens(raum)gestaltung.
Ein Wahrnehmungs- und Übertragungsmuster jedoch, hat in diesem global-kommunikativen Geschehen eine ganz zentrale Funktion - ist sozusagen der Schlüssel zur weiteren Entwicklung des Menschen wie auch der ganzen Menschheit: das sich weltweit durchsetzende Wahrnehmungs- und Übertragungsmuster, das den “Menschen” möglichst ganzheitlich erfaßt - also das sich in Zukunft etablierende globale Wahrnehmungs-Paradigma des Menschen!
Ein solch umfassendes Wahrnehmungsdenken vom “Menschen” ist letztendlich die Schlüsselmatrix für die Weiterentwicklung der Menschheit. Warum? Ich schließe mich hier der Sicht von P. Teilhard de Chardin an, der im Einstiegskapitel seines schon oben genannten Buches unter dem Titel “Sehen” (also “Wahrnehmen”) in zweifacher Hinsicht das “Sehen des Menschen” zum eigentlichen Zentrum unserer Wahrnehmung erklärt: “Der Mensch drängt sich unserem Bemühen, zu sehen, aus doppeltem Grunde als Objekt auf, und erscheint in doppelter Hinsicht als Zentrum der Welt, gleichsam als der Schlüssel des Universums...” (aus: P. Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos, München: Beck 1959(7) 1964, S. 4.)
Wenn Teilhard hier vom “Sehen des Menschen” schreibt, dann kann dieses “Sehen” nur als ein möglichst ganzheitliches Wahrnehmen des Menschen verstanden werden. Nur die Schlüsselmatrix einer möglichst ganzheitlichen Wahrnehmung des Menschen wird uns Menschen eine klare Sichtweise und damit eine sichere Handlungsgrundlage dafür liefern 10. Dezember 1948 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen, mit der allgemeinverbindlichen Formulierung der Menschenrechte, die zentrale kommunikative Schlüsselmatrix für die zukünftige Menschheitsgeschichte gegossen. Mit diesem Dokument hat sich die Menschheit ein Werkzeug in die Hand gegeben, das potentiell die Grundlage für ein dauerhaftes friedliches Zusammenleben der Menschen bildet. Allerdings bedarf das “Material”, aus dem die Struktur dieser Schlüsselmatrix besteht, einer gründlichen Überprüfung:
Der Begriff von der “Würde des Menschen” ist grundsätzlich neu zu durchleuchten!
Der hier vorgestellte denk4-Ansatz versucht mit seiner möglichst ganzheitlichen Wahrnehmung des Menschen und der damit einhergehenden Wahrnehmung der “Würde des Menschen” einen Beitrag zu dieser längst überfälligen Aufgabe zu leisten.
Ich möchte an dieser Stelle auf die Menschheits-Hoffnung, die in der Menschenrechts-Charta der UNO liegt, nochmals mit Worten des denk4-Ansatzes hinweisen: Die ernsthafte Bemühung der Realisierung einer wie oben dargestellten menschenzentrierten Schlüsselmatrix vermag durchaus die uralte Lebenserfahrung des Menschen, die bisher auf globaler Ebene für unmöglich gehalten wird, in den Bereich des Möglichen zu holen und die damit verbundenen urmenschlichen lebensgestaltenden Kräfte freizusetzen: “Gemeinsam sind wir stark!”
Allerdings dürfen wir bei diesem Bemühen eines nie vergessen: Bleibt bei alledem der “Mensch” nicht im Mittelpunkt, wird aus jedem “Dialog” früher oder später ein “Turm von Babel”! ... auch dies ist eine uralte Lebenserfahrung!
Zweites Axiom:
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Die Wahrnehmungsgrundlage ist ein möglichst ganzheitliches “Menschenbild”!
d.h., es muß darauf geachtet werden, dass möglichst viel von der “Natur des Menschen”, d.h. von seiner “Würde” erfaßt und in Zusammenhang gebracht wird Ich betone “möglichst ganzheitlich”, denn der Mensch ist letztendlich ein offenes Wesen und das alte Bilderverbot gilt für uns immer noch: der Mensch in seiner Würde darf und kann nicht einfach “fertiggemalt” werden!
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Zum dritten Axiom:
... welcher Ausgangspunkt?
Wie müssten wir nun an uns und an die Welt herangehen, um uns und die Welt in Ordnung zu bringen? - Wie bringen wir uns und die Welt in einen Kosmos, der uns Menschen gerechter wird?!
”Der Mensch im Kosmos” - das ist die größte und letzte Frage unserer Tage!
Diese Frage anzudenken ist wahrlich ein großer Versuch, der schon unzählige Male und auf vielfältige Weise angegangen wurde und auch noch angegangen wird. Ein Blick ins Internet offenbart die Brisanz dieser Frage in unseren Tagen. Das Internet bringt auch den sukzessiv zunehmend gewaltigen “Drive” dieser Fragestellung an den Tag (vgl. dazu beispielsweise www.netzkraftbewegung.de, www.dreigliederung.de, www.viergliederung.de, www.sozialimpulse.de, www.die-neue-ordnung.de, www.koinae.de, ... und deren Link-Seiten).
Um Ihnen meinen Ansatz weiter zu verdeutlichen, möchte ich eine kleine Geschichte erzählen:
Klein Fritzchen geht seiner Mutter heute tierisch auf den Geist. "Mama, mir ist so langweilig!" "Mama, könntest Du nicht...!" – so geht es nun schon den ganzen Nachmittag zu. Die Mutter ist genervt, denn sie kommt mit ihrer Arbeit nicht weiter und sie sucht verzweifelt nach einen Ausweg.
Da sieht sie auf dem Regal eine Zeitung liegen, auf der groß ein Bild der Erde abgebildet ist. Da kommt ihr eine Idee. Sie nimmt das Bild und zerschneidet es in lauter kleine Puzzleteile. Fritzchen mag das Puzzlesspiel. Sie gibt ihrem Sohn das selbstgemachte Puzzle und Fritzchen verzieht sich damit still und konzentriert in seine Spielecke. Die Mutter ist glücklich, denn sie ist überzeugt, dass er mit diesem Puzzle so seine Zeit brauchen wird. Sie hat es endlich geschafft, ihn für die nächste Zeit zu beschäftigen und macht sich an die Arbeit.
Doch es dauert nicht lange, da kommt Fritzchen schon wieder auf seine Mutter zu und zeigt ihr voller Stolz das fertige Puzzle. Fertig bis auf das letzte Teil. Die Mutter schüttelt den Kopf. Wie gibt's das? In dieser kurzen Zeit? Voller Erstaunen schaut sie ihren Kleinen an. "Fritzchen, wie hast du denn das jetzt so schnell gemacht?" möchte sie nur allzu gerne von ihm wissen. So erzählt der Sohn seiner Mutter: "Mama, das war ein wirklich komisches Puzzle. Alle Puzzleteile haben so gleich ausgeschaut: alle waren grün, blau, weiß und braun gefleckt. Da bin ich gar nicht weitergekommen. Aber dann habe ich plötzlich eine Hand entdeckt. Und als ich andere blau-grüne und weiß-braue Teile umgedreht habe, da fand ich auch noch einen Fuß, einen Kopf usw. Die habe ich halt dann zusammengelegt – und das hat ganz gut geklappt – wie du siehst. Am Schluss ist ja dann tatsächlich ein Mensch dabei rausgekommen. Wenn du das Bild von der Erde mal umdrehst kannst du ihn sehen!"
Diese kleine Geschichte macht meinen Ausgangspunkt deutlich und gibt zugleich die Richtung vor.
Die gleiche Gehrichtung nennt explizit auch Prof. Dr. Murli Manohar Joshi in seiner Eröffnungsrede zum Thema: “Die Bedeutung von Wissenschaft und Spiritualität für den Weltfrieden” beim "World Philosopher's Meet '98" mit folgenden Worten: “Wir haben erkannt, daß die subjektive Welt die objektive beherrscht. Verändert sich das Subjekt, verändert sich das Objekt, läutere dich, und die Welt wird sich läutern.” (vgl. dazu folgende Homepage im unteren Abschnitt)
Drittes Axiom:
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Wenn der Mensch in Ordnung ist, dann kommt auch die Welt in Ordnung!
Der denk4-Ansatz versucht nun diese anthropozentrische Sichtweise und geistige Gehrichtung: von Innen nach Außen, vom Mikro-Kosmos zum Makro-Kosmos , konkret umzusetzen, indem er sich konsequent um eine ganzheitliche Wahrnehmung des Menschen und zugleich um ein menschengerechtes Denken bemüht - also möglichst vom “Menschen” her zu seiner “Lebenswelt” hin zu denken und nicht umgekehrt.
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Zum vierten Axiom:
... ”wer” geht voran?
Wie Sie bei intensiverer Auseinandersetzung mit dieser Denkmethode selbst feststellen werden, entspricht das denk4-Paradigma anscheindend (wie bereits weiter oben angedeutet) zutiefst der menschlichen Natur. Fast möchte ich behaupten, dass nicht ohne Grund ein Großteil der Menschheit inzwischen in viereckigen Hütten und Häusern wohnt und nicht mehr in unförmigen Höhlen und (dreieckigen) Zelten. Wie sehr die Quaternio unserer menschlichen Natur in Bezug auf das Denken entgegenkommt, veranschaulicht vielleicht auch der Entwurf eines Vierer-Zahlensystems, das anscheinend eindeutige Vorteile gegenüber dem, in unseren Breitengraden, gebräuchlichen Dezimalsystem aufweist. Wir sollten uns auch nicht vordergründig von unseren “fünf Fingern” täuschen lassen. Genaugenommen haben wir Menschen an einer Hand vier Finger und einen Daumen - und der Daumen spielt im Vergleich zu unseren Fingern unbestreitbar eine Außenseiterrolle! Oder man denke einfach nur an die vier Grundrechenarten.
Vielleicht täte auch unser “Geist” gut daran, seine bisherige Behausung, die einsturzgefährdete Höhle des alten Paradigmas oder das enggewordene und wackelige Zelt, so mancher religiösen Weltanschauung zu verlassen, um endlich in ein Haus gemäß seiner Größe, in ein wahrlich vierdimensional-kosmisches Haus einzuziehen?!
Fast visionär hat P. Teilhard de Chardin schon in der Mitte des letzten Jahrhunderts angedeutet, dass gerade in unseren Tagen ein ein grundsätzliches Umziehen unseres Geistes stattfinden wird. Er sah diesen “Umzug” im unmittelbaren Zusammenhang mit der Erforschung des Lebens an sich und den damit einhergehenden interdisziplinären Dialog unterschiedlichster Wissenschaftsbereiche.
Mit folgender These weist er auf den anstehenden Paradigmenwechsel hin, der sich konsequenterweise aus dem Fortschreiten der wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Leben ergeben muß: Der Augenblick ist jedoch gekommen, wo man sich sagen muß, daß selbst eine positivistische Erklärung des Universums, wenn sie befriedigen soll, der Innenseite der Dinge ebenso wie ihrer Außenseite gerecht zu werden hat, - dem Geist ebenso wie der Materie. Die wahre Physik ist jene, der es eines Tages gelingen wird, den Menschen in seiner Ganzheit in ein zusammenhängendes Weltbild einzugliedern. (aus: P. Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos, München: Beck 1959(7) 1964, S. 8.)
Für Teilhard nimmt in der “Zelle” das Leben seinen Anfang. In unseren Tagen ist die “Zelle” nun endgültig in den Mittelpunkt der neuesten Forschungen gerückt. Insbesondere im Zusammenhang mit den revolutionären Erkenntnissen in der “Stammzellforschung”, stellt sich nun zusehends mehr die grundsätzliche Frage: ... wann das (individuelle) Leben beginnt? ... was (biologisches) Leben eigentlich ist? ... bis hin zur allesbestimmenden und entscheidenden Frage: “Wann ist der Mensch ein Mensch?”
Zur Frage des beginnenden Lebens in der Zelle (aus kosmischer Sicht) schreibt Teilhard de Chardin folgendes: "Wenn wir es körperlich und von außen sehen, ist noch das Richtigste, was sich in diesem Augenblick darüber sagen läßt, daß das eigentliche Leben mit der Zelle beginnt. Je mehr die Wissenschaft seit einem Jahrhundert, diese chemische und strukturell überkomplexe Einheit zum Mittelpunkt ihrer Arbeiten macht, um so deutlicher wird es, daß sich hier das Geheimnis verbirgt, dessen Kenntnis die geahnte, aber noch nicht verwirklichte Verbindung zwischen den beiden Welten der Physik und der Biologie herstellen könnte. Die Zelle ist natürlicher Keim des Lebens, wie das Atom der natürliche Keim der anorganischen Materie. Sicherlich müssen wir versuchen, zuerst die Zelle zu verstehen, wenn wir ermessen wollen, worin eigentlich die «Schwelle» des Lebens besteht. ...
Wie alle anderen Dinge dieser Welt kann auch die Zelle, so wunderbar sie uns in ihrer Isolierung unter den anderen Gebilden der Materie erscheinen mag, nur dann verstanden werden (das heißt, einem zusammenhängenden System des Universums einverleibt werden), wenn man ihr auf einer Entwicklungslinie zwischen Zukunft und Vergangenheit einen Platz einräumt. ..." (Ebd., S. 57f.)
Diese grundlegende Einsicht Teilhards, dass das “Wesen der Zelle” nur in der Eingebundenheit zwischen Alpha und Omega zu verstehen sein wird, ist genial weitreichend - denn diese ganzheitliche Sichtweise der Eingebundenheit einer “Zelle” zwischen Anfang und Ende sollte man insbesondere bei der Betrachtung der “befruchteten Ei-Zelle des Menschen” einfordern! Machen wir uns nur einmal kurz bewußt, was Teilhards kosmische Aussage: “Die Zelle ist natürlicher Keim des Lebens, wie das Atom der natürliche Keim der anorganischen Materie”, konkret mit unserem Leben zu tun haben könnte!? Wir brauchen dazu nur einen Blick auf die vom Menschen entfesselte Energie des Atoms werfen und wie sehr dieses technische Vermögen des Menschen unsere “Weltordnung” von Grund auf, innerhalb von Jahrzehnten verändert hat (siehe dazu “Atomzeitalter”). Teilhard de Chardin sieht schon damals die in der Sache grundgelegte Parallelität: die ungeheuer gewaltige Potentialität von “Atom” und “Zelle” - eine Potentialität, die bei uns Menschen gleichzeitig grenzenlose Faszination wie auch tiefstes Entsetzen auslöst! In der gegenwärtigen Diskussion um “Verbrauchende Embryonen-Forschung”, “therapeutisches Klonen”, ... wird die Dimension dieses kosmischen Zusammenhangs nur allzudeutlich!
Angesichts der eigentlich unfassbaren Tragweite und des damit verbundenen Ernstes, die diese geniale Zusammenschau Teilhards erst deutlicht macht, finde ich deshalb verharmlosende Vergleiche, z.B. mit den “Anfängen der Eisenbahn”, wenn es um die Zukunft und die Auswirkungen der “Zellforschung” geht, für äußerst problematisch. Ja, ich halte solche Aussagen und Vergleiche, gerade wenn sie von “maßgebenden” Bioethikern bis hin zu Moraltheologen kommen, für mehr als grob fahrlässig! Der einzige zulässige und mögliche Vergleich innerhalb der Geschichte der Menschheit in Betreff “Zellforschung” - das lehrt uns jedenfalls der Jesuit P. Teilhard de Chardin - ist die “Kernspaltung”!
Die von Teilhard eingeforderte Wahrnehmung der “Innenseite der Dinge” in der Naturwissenschaft findet sich auch in den Ausführungen von Prof. Dr. Murli Manohar Joshi in oben genannter Rede unter dem Stichwort “implizite Ordnung” wieder. Er sagt dazu folgendes:
... Nach den erfolgreichen Experimenten J. C. Boses gab es keine Unterscheidung mehr zwischen belebt und unbelebt. Bose begann mit Untersuchungen über die Reaktionen von unbelebten Metallen und Tieren. Er entdeckte die Ermüdungserscheinungen bei den Metallen und wechselte von der Physik zur Physiologie. Am 10. Mai 1901 führte J. C. Bose alle seine Experimente in England vor. Die Wissenschaftler staunten über die ähnlichen Kurven von Muskeln und Metallen als Reaktion auf Müdigkeit, Stimulation, Depression und zersetzende Drogen. ...
Weiter unten heißt es dann zusammenführend:
... Wie “Materie” und alles andere sind die Partikel Formen der impliziten Ordnung. Nun erhebt sich die Frage, welches die “implizite Ordnung” der impliziten Ordnung ist. Gary Zukov drückt es so aus: "Die 'implizite Ordnung' ist die implizite Ordnung dessen, was ist. Folglich ist 'das, was ist' die implizite Ordnung. Dieses Weltbild unterscheidet sich völlig von dem in der klassischen Physik benutzten." In den Worten David Bohms: "Die Beschreibung ist völlig unvereinbar mit dem, was wir sagen wollen." Gary Zukov sagt: "Weil der westliche Geist tief in den griechischen Vorstellungen verwurzelt ist, ist er unfähig, dieses neue Paradigma zu verstehen. Die Griechen glaubten nur an das Dasein. Daher gibt es das Nicht-Sein nicht.” Gegenwärtig gibt es im neuen Paradigma das Nicht-Sein auch. Beides, Dasein und Nicht-Sein, sind 'das, was ist'. Alles, sogar die Leere, ist das, was ist. In Bohms Physik gibt es nichts, das nicht 'das, was ist' wäre.
Diese zunehmende wissenschaftliche Erkenntnis von expliziter und impliziter Ordnung, die fortschreitende systematische Wahrnehmung des großen Zusammenhangs von Unbelebtem und Belebtem, letztendlich also das immer klarer hervortretende “Bild des EINEN”, zwingt verschiedenste Wissenschaftsbereiche vermehrt zum interdisziplinären Dialog. Daher ist folgendes letzte Axiom im denk4-Ansatz zu setzen.
Viertes Axiom:
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Die Wissenschaft ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Wissenschaft!
d.h., insbesondere beim interdisziplinären Dialog der verschiedenen Wissenschaftsbereiche ist immer darauf zu achten, dass der “Mensch” oberstes (Handlungs- und Entscheidungs-)Kriterium sein und bleiben muß, damit der eigentlich “dienende Charakter” der Wissenschaft erhalten bleibt!
“Forschung der Forschung wegen”, finde ich gerade hinsichtlich des “Menschen” für sehr problematisch!
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